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Geschichte am Ratsgymnasium

Kurzvorstellung des Faches

Fnf Minuten 007Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich im Geschichtsunterricht mit Themen und fremden Kulturen aus vergangenen Zeiten und erwerben die Fähigkeit, die gesellschaftliche Bedingtheit der sie umgebenden Welt zu erkennen. Sie werden in die Lage versetzt, sich Alternativen zu den gegenwärtigen Zuständen vorzustellen und begründet politisch zu handeln. Der Geschichtsunterricht leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler.


Die Fachgruppe Geschichte am Ratsgymnasium besteht aus 14 Lehrkräften, Fachobmann ist Herr Lichte. Der Geschichtsunterricht orientiert sich seit dem Schuljahr 2015/16 am neuen Kerncurriculum für die Sekundarstufe I. Neu daran ist, dass im Vordergrund nicht nur inhaltliche und methodische Kompetenzen stehen, sondern dem Erwerb von prozessbezogenen Kompetenzen ein besonderer Stellenwert zukommt. Die Fachgruppe hat ein schulinternes Curriculum (eine vereinfachte Form siehe unten) entwickelt und die einzelnen Kompetenzen einander zugeordnet. An einem Beispiel verdeutlicht heißt das, dass die Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs den Begriff "Absolutismus" erläutern (Inhalt), indem sie das Herrscherbild Ludwigs XIV. analysieren (Methode), sich dabei in kulturell und zeitlich ferne Lebenswelten versetzen (Deutung und Reflexion) und im Gespräch über historische Zusammenhänge austauschen (Kommunikation).


In der Sekundarstufe II werden die Schülerinnen und Schüler in Kursen auf erweitertem oder grundlegendem Niveau entsprechend den Vorgaben des Kerncurriculums der Sek II auf das Zentralabitur vorbereitet. Die Pflichtmodule für das Abitur 2017 lauten: im 1. Schulhalbjahr: Die Krise des späten Mittelalters im 14. und 15. Jahrhundert, im 2. Schulhalbjahr: Flucht, Vertreibung und Umsiedlung im Umfeld des Zweiten Weltkriegs, im 3. Schulhalbjahr: Nationalsozialismus und deutsches Selbstverständnis und im 4. Schulhalbjahr: Mythen.


In der Sekundarstufe I wird pro Halbjahr eine schriftliche Lernkontrolle verfasst. Schriftliche Leistungen gehen zu 40 %, mündliche Leistungen zu 60 % in die Bewertung ein. In der Sekundarstufe II gibt es je nach Prüfungsauflage ein bis zwei Klausuren zu einheitlich festgelegten Terminen. Bei allen Kursen mit einer Klausur zählt diese 40%, bei Kursen mit zwei Klausuren ist das Bewertungsschema schriftlich : mündlich = 50:50.


Neben dem Fachunterricht spielen außerschulische Lernorte eine besondere Rolle im Geschichtsunterricht des RGS. Dabei gehören Exkursionen etwa nach Berlin und Leipzig, Museumsbesuche (z.B. zum Überseemuseum nach Bremen beim Thema Imperialismus), der Besuch von Gedenkstätten (Bergen-Belsen), Klosterführungen (Loccum) oder Ausstellungen (Kalkriese - Varusschlacht) ebenso zum festen Bestandteil der Aktivitäten wie Kinobesuche ("Er ist wieder da", Operation Walküre). Einen besonderen Stellenwert hat seit über 20 Jahren das Auschwitz-Projekt der Schule. Dort arbeiten und forschen Schülerinnen und Schüler des RGS gemeinsam mit polnischen Schülerinnen und Schülern auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und treffen im Begegnungszentrum zusammen. Einen Eindruck von diesem Projekt bekommen Sie über die ARD-Dokumentation "Ich fahre nach Auschwitz", die im Jahr 2015 unsere Schülergruppe begleitet hat, um diese intensiven Lernprozesse in der Gedenktstätte einzufangen.


Höhepunkte waren und sind die zahlreichen hochkarätigen Veranstaltungen zu historischen Themen, die die Fachgruppe mitorganisiert und durchgeführt hat: So waren in den vergangenen Jahren Bundespräsident Joachim Gauck (DDR-Geschichte), Autor und Filmemacher Claude Lanzmann (Erinnerungskultur), die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden Charlotte Knobloch (Jüdisches Leben in Deutschland) oder der Historiker Götz Aly (NS-Geschichte) mit Vorträgen zu Gast in der Aula des Ratsgymnasiums und stellten sich der Diskussion mit unseren Schülern.

Mitglieder der Fachgruppe betreuen darüber hinaus Projekte und Wettbewerbe. Am renommierten Wettbewerb "Spurensuche" der Körber-Stiftung um den Preis des Bundespräsidenten mit dem Titel "Helden. Verehrt- verkannt- vergessen" nahm ein Schüler mit einem Wettbewerbsbeitrag teil. Der Vergleich mit früheren Jahren zeigt deutlich, dass bei der spürbaren Verdichtung der Anforderungen durch das Abitur nach 8 Jahren sowohl auf Seiten der Schülerinnen und Schüler als auch auf Seiten der Kolleginnen und Kollegen der Spielraum für Projekte und Wettbewerbe deutlich enger geworden ist.


Eine enge Kooperation besteht mit Institutionen wie der Schaumburger Landschaft, dem Niedersächsischen Staatsarchiv in Bückeburg, der Geschichtswerkstatt der Herderschule, der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft und dem Archiv der Stadt Stadthagen. Besonders hingewiesen sei auf die Kooperation mit dem Förderverein ehemalige Synagoge in Stadthagen und die Mitarbeit in dessen Vorstand zur Erstellung eines pädagogischen Konzeptes zur Erinnerungsarbeit.

M. Lichte

Verteilung der vorgegebenen Themen auf die Jahrgänge 5-10

ab Schuljahr 2016/17

Jg./

Klassenarbeiten

Themen

5 (2-std.)

zwei Klassenarbeiten

Identität im familiären und lokalen Umfeld (z. B. Herkunft, Ort, Region, Regionalsprache)
Leben in der Steinzeit
Merkmale einer Hochkultur (z. B. Bedeutung der Arbeitsteilung)
Entwicklung der Medien seit dem Zeitalter der Hochkulturen bis in die Gegenwart (Längsschnitt)
Die Welt der Griechen (z. B. Polis, Kolonisation, Olympische Spiele, Mythos und Logos)
Leben in der Römischen Republik
Politischer Wandel im republikanischen Rom
Rom und die Anderen (ausgewählte Beispiele)

6 (2-std.)

zwei Klassenarbeiten

Lebensformen im Mittelalter: Lehnswesen und Grundherrschaft, Kloster, Stadt
Unterschiedliche Formen von Kulturbegegnungen (u. a. jüdisches Leben in deutschen Städten)
Die Welt des Spätmittelalters zwischen Krise (z. B. Pest, Kirchenspaltung) und Aufbruch in die Neuzeit
Zeit – erlebt, gemessen, eingeteilt und gedeutet: Antike, Mittelalter, Neuzeit

7 (1-std., also epochal nur in einem Hj.)

eine Klassenarbeit

Der frühneuzeitliche Fürstenstaat
Das Zeitalter der Bürgerlichen Revolutionen (z. B. England, Nordamerika, Frankreich, 1848)
Geschichte des deutschen Nationalstaats im 19. Jahrhundert (Längsschnitt)

8 (1-std., also epochal nur in einem Hj.)

eine Klassenarbeit

Industrialisierung und Soziale Frage (z. B. Arbeitsalltag, Kinderarbeit, verschiedene Lösungsansätze)
Imperialismus im 19. Jahrhundert
Erster Weltkrieg
Geschichte der Nutzung von Energie (Längsschnitt)

9 (1-std., also epochal nur in einem Hj.)

eine Klassenarbeit

Herrschaftsidee des Sowjetkommunismus und ihre Folgen
Weimarer Republik – Chancen (z. B. Modernisierung, Partizipation, Emanzipation) und Belastungen
Elemente der nationalsozialistischen Ideologie (und deren Wurzeln)
Zerstörung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

10 (2-std.)

zwei Klassenarbeiten

Lebenswirklichkeiten und Handlungsspielräume im Nationalsozialismus zwischen Unterstützung und Anpassung, Verfolgung und Widerstand
Zweiter Weltkrieg
Deutsche und globale politische Situation nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
Konkurrierende Staatsformen und Werteordnungen der beiden deutschen Staaten
Lebensbedingungen in den beiden deutschen Staaten (z. B. Wohlstandsentwicklung, Mobilität, Freizeitgestaltung, Geschlechterrollen)
Das Ende der bipolaren Welt