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Vorlesewettbewerb Spanisch

Clara Zoske wird Schulsiegerin

Aufgeregt waren sie schon, die fünf Siegerinnen und Sieger der siebten Klassen, die sich kürzlich in der Schülerbücherei einfanden, um den diesjährigen Schulsieger im Vorlesewettbewerb Spanisch zu ermitteln. Es galt, selbsterarbeitete Kapitel einer Lektüre aus der Krimireihe Lola Lago vorzulesen, dabei wurde erschwerend erst am Beginn ausgelost, wer welchen Abschnitt lesen musste.

Unterstützt von jeweils einer Freundin oder einem Freund überwanden die Akteure aber schnell ihre Nervosität und präsentierten gekonnt die Geschichte der Detektivin Lola, die während einer Urlaubsreise nach Barcelona in ein Verbrechen verwickelt wird. Alle Leser boten eine tolle Leistung, lasen ihre Texte flüssig und sicher, betonten sinngebend, machten Pausen an den richtigen Stellen und überzeugten die Jury außerdem durch ihre gute Aussprache. So fiel es der Jury, die aus den beiden Muttersprachlerinnen Frau Garcillán, die Spanisch am RGS unterrichtet, sowie der zweisprachig aufgewachsenen Oberstufenschülerin Nicole Schulte und der Spanischlehrerin Frau Walte bestand, auch schwer, sich zu entscheiden. Letztendlich wurde aber Clara Zoske als Schulsiegerin ermittelt, den zweiten Platz belegt Sebastian Kräft, und Letizia Guarisco, eine Schülerin mit italienischen Wurzeln, hatte sich auf den dritten Platz gelesen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten für ihren Mut und ihre gute Leistung ein kleines Geschenk und eine Sieger-oder Teilnahmeurkunde. Die Schulgemeinschaft gratuliert ihnen ganz herzlich.

Kultusminister Tonne und die niedersächsische Landtagspräsidentin Dr. Andretta zu Besuch am Ratsgymnasium

Eröffnung der Ausstellung "Oh, eine Dummel" über Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire am Montag (9.4.18)

bbPlakat

Dank der Initiative und des Organisationseinsatzes von Andreas Kraus wird am Montag, 09.04.2018 um 18.00 Uhr in unserer Aula eine Karikaturen-Ausstellung gegen Rechtsextremismus vor geladenem Publikum eröffnet. Wir freuen uns sehr, dazu als Gast und Schirmherr den niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne sowie die Präsidentin des niedersächsischen Landtags, Dr. Gabriele Andretta, begrüßen zu dürfen, die die Ausstellung beide mit einem Grußwort einleiten werden. Seit 2016 ist die Ausstellung als Wanderausstellung in ganz Niedersachsen und darüber hinaus zu sehen. 2018 wurde sie vollständig aktualisiert und wird nun in Stadthagen zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Der Projektleiter Kai Thomsen wird einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und Hintergründe der Ausstellung und ihre Aktualisierung geben und Herr Marc Schwietring (Promotionsstipendiat der Hans Böckler Stiftung zu den NSU-Prozessen) wird über „Neue Rechte im populistischen Gewand? Gegenwärtige Gefährdungen der Demokratie durch Rechtsextremismus, Antisemitismus und andere Menschenfeindlichkeiten“ referieren. Das musikalische Rahmenprogramm gestalten Jeremias Meyer (Horn) und Simon Gums (Klavier), beide Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Bis zum 21. April wir die Ausstellung jeweils montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr in der Aula des Ratsgymnasiums für Schülerinnen und Schüler sowie für die Öffentlichkeit zu sehen sein.

Good bye, Mr. Beddig!

Wehmütig-fröhliche Verabschiedung

Einschulung

Teils wehmütig, teils fröhlich, in jedem Fall aber wertschätzend wurde Rainer Beddig in den Ruhestand verabschiedet. Genau 34 Jahre lang hat Rainer Beddig als Englisch- und Religionslehrer am Ratsgymnasium gewirkt. Als außergewöhnlich engagierter und sehr humorvoller Pädagoge wurde er von allen an unserem Schulleben Beteiligten gleichermaßen geschätzt. Die Schülerinnen und Schüler haben ihn als einen Lehrer geradezu geliebt, den sie als stets gerecht, zu allen Unternehmungen bereit, für all ihre Anliegen offen und hoch motiviert erlebt haben. Im Notfall gehörten durchaus auch Hausbesuche mit zu seinem Repertoire, um Kindern zu helfen. Den Eltern war er ohne zeitliche Grenzen ein kooperatives, lösungsorientiertes, berechenbares Gegenüber und die Kolleginnen und Kollegen schätzten ihn als sehr zuverlässigen, kompetenten und ausgesprochen geradlinigen Partner. Es gibt nur wenige Bereiche an unserer Schule, die er nicht mitgeprägt hat. Insbesondere Europa lag und liegt ihm am Herzen, sodass alle mit unserem Titel „Europaschule“ verbundenen Aktivitäten in erheblichem Umfang seine Handschrift tragen. Aber auch Schüleraustausche, u.a. nach China, Holland, Belgien und England betrachtete er als Englischlehrer als unabdingbar. Als leidenschaftlicher Pädagoge lag ihm nicht nur die Wissensvermittlung, sondern auch die Erziehung Jugendlicher sehr am Herzen, insbesondere ihre Erziehung zur Übernahme gesellschaftlicher, ökologischer und sozialer Verantwortung, sodass er mit seinen Runs for Help, seiner Teilnahme am Bundeswettbewerb „Schulen gemeinsam für Afrika“, bei dem er mit seiner Schülergruppe den 2. Platz auf Bundesebene belegte, der Ausbildung der Busscouts, seinem Engagement innerhalb der Aktion „Sauberes Stadthagen“, der Organisation der Fahrradtage uvm. erhebliche Beiträge dazu geleistet hat, dass das Zertifikat „Humanitäre Schule“ kein Schriftzug im Foyer der Schule blieb, sondern im Schulleben sowie insbesondere im Denken der Schülerschaft verankert wurde. Sein Wirken ging über die Schule hinaus in die Stadthäger Öffentlichkeit hinein, indem er als Jugendschöffe und im Eine-Welt-Laden tätig war. Die Schulgemeinschaft des RGS verliert einen Lehrer mit sehr viel pädagogischem Herzblut, den sie sehr vermissen wird, aber sie gönnt ihm nach seinem ausgesprochen erfolgreichen und erfüllten Lehrerleben neue Freiräume für Familie, Garten und Reisen.

„HELDEN DER MEERE“

RATSBAND STADTHAGEN und die Bläserklassen führen Musical auf

FLL am rgs team2017

Worum geht es? “Helden der Meere” ist ein spannendes und fantasievoll illustriertes Musical für Kinder. Es handelt von hochmütigen Seeräubern, dem stotternden Außenseiter Hans und seinen tierischen Freunden. Hans weiß zwar immer, was er sagen möchte, kann es jedoch nicht flüssig herausbringen. Das Stottern schwankt je nach Gefühlslage, ist aber keine seelische Krankheit, sondern eine körperliche Beeinträchtigung. Hans verliert sie in der Geschichte zwar nicht vollständig, die Piraten erkennen aber, dass es nicht darauf ankommt, wie jemand spricht oder gekleidet ist. Als die doppelköpfige Seeschlange erwacht, befindet sich die ganze Besatzung in größter Gefahr. Können die Piraten das Ungeheuer besiegen? Es ist mittlerweile das zehnte Musical speziell für Blasorchester, Bläserklasse, Chor, Schauspieler und Solisten, das die Ratsband und die Bläserklassen unter der Gesamtleitung von Andreas Meyer auf die Bühne bringen. Für die szenische Interpretation zeichnet Simon Chlouba verantwortlich. Text und Musik: Annette Sperling, Arrangements: Oliver Grote Drei Aufführungen sind geplant: Montag, 12.02.2018 um 19.00 Uhr und Dienstag, 13.02.2018 um 10 Uhr sowie um 19 Uhr jeweils in der Aula des Ratsgymnasiums. Karten sind im Vorverkauf für 7,- Euro und ermäßigt für 5,- Euro bei der Tourist-Info Am Markt 1 in Stadthagen erhältlich.

„5 Minuten für 6 Millionen“

Holocaust-Gedenkveranstaltung am 26.1.2018

Die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs des Ratsgymnasiums gedachten Opfern des nationalsozialistischen Völkermords anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Gemeinsam mit dem Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen e.V., dem WBG, der IGS und der Oberschule am Schlosspark hat das Ratsgymnasium eine ergreifende Gedenkveranstaltung ausgerichtet. Auch viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Stadthagen nahmen an der Veranstaltung teil.

Zunächst verließen etwa 350 Schülerinnen und Schüler der beteiligten Schulen am frühen Morgen ihre Schulen und gingen zu ausgewählten Stolpersteinen in der Stadthäger Innenstadt. Dort legten sie weiße Rosen ab und hielten selbst gestaltete kurze Gedenkveranstaltungen ab, um den Opfern und ihren Schicksalen zu gedenken. Anschließend fand gegen 8.45 Uhr eine Gedenkveranstaltung in St. Martini statt. Sie wurde vom Bläserensemble des RGS unter der Leitung von Andreas Meyer, einem Mädchenchor des WBG unter der Leitung von Therese Büchner und von einer Seminarfachgruppe des RGS (TG Scheeren) gestaltet, die vor knapp einem Jahr die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchten, und über ihre Eindrücke sprachen sowie eine szenische Lesung abhielten. Die Schülerinnen und Schüler zeigten, wie wichtig es nach wie vor ist, der Opfer zu gedenken, „um aus der Vergangenheit zu lernen und diese Gräueltaten nicht noch einmal zuzulassen.“, so der Schüler Taisir Bozo in seiner Rede.

 

 

Die Reden der beiden SchülerInnen:

Rede von Adnela Memic (26.01.2018)

Auf dem Boden zu stehen, da wo Millionen von Menschen erbarmungslos vernichtet wurden. Sich am gleichen Ort aufzuhalten, da wo Millionen von Menschen zugrunde gingen. Die gleiche Luft zu atmen, da wo Millionen von Menschen nicht wie Menschen behandelt wurden. Das raubt einem den Atem. Es schnürt einem die Luftzufuhr ab. Und es ist nicht grundlos so bedrückend. Und es verfliegt nicht so einfach, das soll es auch gar nicht.

Die Fähigkeit, Mitgefühl zu empfinden, liegt nicht grundlos in der Natur des Menschseins. Es ist eine Notwendigkeit. Eine Notwendigkeit, die vor allem in diesem Kontext von so großer Bedeutung ist.

In diesem Jahr haben wir das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau besichtigt. Und ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Ich gehe durch die Gänge, links und rechts von mir befinden sich Holzbretter, die zu Betten umfunktioniert wurden. Durch die kleinen Fenster erblicke ich meterhohe Stacheldrahtzäune und Bewachungstürme. Auf den Gleisen keine Wagons in Richtung Freiheit. Die Gaskammern und Öfen greifbar nah. Der Gang zu den Gaskammern ist der letzte. Die Türme, die Wiesen, der Himmel - alles scheint, vom Tod geprägt zu sein.

Die vielen offenen Fragen, die durch solche Gräueltaten entstehen, lösen in mir den Drang aus, Antworten zu finden. Dazu muss ich mir die Gräueltaten vorstellen können. Dazu brauche ich Wissen. Ohne mein Hintergrundwissen könnte ich mir nicht viel vorstellen. Ich würde nicht so viel wahrnehmen. Ich würde weitergehen. Ich hätte keine Bilder vor Augen. Ich würde nur flüchtig über alles drüber schauen. Ich würde keine Details wahrnehmen, noch nach ihnen suchen. Ohne das, was ich in der Schule gelernt habe, sehe es wohl so aus. Aber ich habe dieses Wissen. Ich weiß, was in Auschwitz passiert ist. Ich habe sehr prägende, sehr brutale Bilder vor Augen. Ich kann nicht einfach weitergehen. Ich gucke vorsichtshalber noch einmal zurück, denn ich will nicht, dass etwas nicht im Gedächtnis bleibt. Der eigene Blick sucht nach Details, die ich eventuell hätte übersehen können. Jede Beschriftung jedes Koffers lese ich, um kein Opfer zu übersehen. Ich lese jedes Detail zu den Opfern auf den Hinweistafeln, um deren Leben nicht zu übersehen. Ich stelle mir die Opfer auf den Listen der Verstorbenen vor, damit sie nicht nur Tinte auf einem Blatt sind.

Ich will nichts übersehen; keine Gelegenheit, weiteres Wissen zu erlangen, keine Kleinigkeit, die mich prägen könnte. Und auch wenn ich durch einen Kloß in meinem Hals erst einmal nicht sprechen kann, ich will weitergehen, alles lesen, mir alles vorstellen. Wenn man schon derartig beängstigende Gefühle nur bei dem Besuch fast leerer Gebäude verspürt, sind die Gedanken und die Gefühle, die die Gefangenen haben mussten, die tagtäglich auf den Tod warteten, für uns unvorstellbar.

Entrissen werden aus dem Alltag, der Familie, dem ganzen Leben; keinen Platz mehr in der Gesellschaft zu haben. So viel Hass von Nachbarn, ehemaligen Freunden, gefühlt von der ganzen Welt zu spüren. Nicht mehr gewollt zu sein. Abtransportiert zu werden. Behandelt zu werden, als sei man kein Mensch mehr. Im Grunde nicht mehr zu existieren.

Für all das gibt es keinen Grund. Keine Rechtfertigung. Keine Vernunft. Kein Fünkchen Verstand. Nichts von alledem. Das sollte uns wachrütteln und die Augen öffnen. Das sollte uns aufmerksamer machen für die grausamen Dinge, die heute noch in der Welt passieren.

Rede von Taisir Bozo, gelesen von Jonathan Kutscha (26.01.2018)

Über den Holocaust und die schrecklichen Verbrechen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau habe ich viel gelesen und ich habe darüber auch vieles gehört. Aber nach Auschwitz zu fahren und an dem Ort des großen Mordens zu sein, an einem Ort, an dem mehr als eine Million Menschen ermordet wurden, war für mich eine Erfahrung, die voll war von tiefer Traurigkeit, Verzweiflung und Mitleid mit den Opfern.

Ich war frustriert, wütend, aber gleichzeitig auch sprachlos. Ich konnte die Welt nicht mehr verstehen und fragte mich immer wieder: Wie konnte das alles nur geschehen? Was war das für ein grausames, unmenschliches Vorgehen? Wie konnte man ein ganzes Volk auslöschen wollen? Ich fragte mich: Was hatten die Opfer nur getan? War es denn ein Verbrechen, einer der Weltreligionen angehört zu haben? Bei all meinen Fragen stellte ich fest: Je mehr man sich solche Fragen stellt, umso verzweifelter und hoffnungsloser wird man. Sich damit auseinanderzusetzen, ist aber sehr wichtig; es ist unsere Pflicht. Entscheidend sind dabei zwei Dinge: Erstens, sich zu fragen, warum das geschehen ist? Und die Antwort ist dabei einzig und allein: Antisemitismus und Rassismus. Zweitens, sich zu fragen, wie können wir so etwas in Zukunft vermeiden? Die Antwort darauf: Die Unterschiede anderer Religionen und Kulturen annehmen, respektvoll und offen miteinander umgehen – und sich mit der Geschichte auseinandersetzen und sie weitergeben. Das sind die Worte einer Frau, die den Holocaust überlebt hat und mit der meine Gruppe und ich in Krakau ein Interview führen konnten. Sie sagte mir das, nachdem ich sie am Ende des Interviews gefragt hatte, was wir, die Jugendlichen, aus ihrer Erfahrung lernen können. Und heute hier zu sein und mit Ihnen ein kleines Stück von der Erfahrung der Frau zu teilen, bedeutet, ich tue das, was sie sich gewünscht hat und ihr am Herzen liegt. Ich setze mich mit der Geschichte auseinander und gebe sie weiter.

Die Demokratie, in der wir heute leben, ist aus dem Leid vieler Menschen hervorgegangen. Ein solches Leid sollte nicht noch einmal geschehen dürfen. Der erste Artikel „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit sind deshalb heute im Grundgesetz verankert. Das zu schützen, ist unsere Pflicht gegenüber allen Opfern des Holocaust.

Der Holocaust ist das dunkelste Kapitel unserer Geschichte. Es ist also nicht nur die Geschichte der Juden oder die Geschichte der Deutschen, sondern es ist vielmehr die Geschichte der Menschheit. Der Holocaust ist ein Teil von uns allen. Ein Teil, an den wir denken müssen, um aus der Vergangenheit zu lernen und diese Gräueltaten nicht noch einmal zuzulassen.

Die kulturelle Vielfalt ist schön, sie ist aber auch notwendig: Die Unterschiede von Religionen und Kulturen annehmen, respektvoll und offen miteinander umgehen – und sich mit der Geschichte auseinandersetzen und sie weitergeben. Das sind die Worte einer Frau, die den Holocaust überlebt hat.

Ein Beispiel dafür ist die heutige Gedenkveranstaltung hier in Stadthagen.