Rudern am RGS

Ruder-AG

 

Die AG richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge und findet in den Frühlings-, Sommer- und Herbstmonaten mittwochs von 13.45 bis 17.00 Uhr statt. Wir treffen uns hinter der Sporthalle und fahren mit dem VW-Bus des Rudervereins zu unserem Bootshaus in Hespe am Mittellandkanal. Dort haben wir Umkleide- und Duschmöglichkeiten.

Dann geht es an die Boote: Als Anfänger beginnen wir in den Vierern: die sind groß und schwer und alle müssen mit anfassen, um die Boote aus ihren Halterungen auf den Wagen zu heben, den kurzen Weg zum Anleger zu fahren und dort zu Wasser zu lassen. Die Skulls werden eingelegt, die Rollsitze gelöst, das Ruder und die Lehne für den Steuermann werden eingesetzt.

 

Nach dem gleichzeitigen Platznehmen im Boot kann es dann endlich losgehen. Die Anfänger werden von geübten Ruderern unterstützt. Anfangs ist es ein heilloses Durcheinander, aber schon nach kurzer Zeit wird der Schlag gleichmäßiger und die Aktiven empfinden das Gefühl des Gleitens. Eine unerwartete Schwierigkeit am Anfang stellt die Wende dar: Vorwärts rudern, rückwärts rudern, rechts und links gegengleich - da „fängt" man leicht einen „Krebs": Aber dank der ruhigen Anweisungen des Steuermannes (oder der Steuerfrau) und der fachkundigen Ruderbewegungen der Fortgeschrittenen überwinden die Anfänger auch dieses Hindernis. Auf dem Rückweg läuft dann alles auch schon sehr viel ruhiger, gleichmäßiger und fließender. Siehe da: Die Wende wird gemeistert und kurz darauf legt das Boot wieder an. Die Zurückgebliebenen staunen, wie schnell sich der Lernprozess vollzog - die Anfänger selbst auch!

So scheinbar mühelos wird wenige Wochen gerudert, mal im Vierer, mal im Zweier. Doch wenn man gerade denkt, dass das Rudern eine ziemlich simple Sache sei, dann geht es in die kleinen, dünnen Skiffs, bei denen man nicht im Boot, sondern auf dem Boot sitzt. Ein Vorteil ist, dass diese zarten Gebilde nur einen Bruchteil von den dicken Vieren wiegen, aber die Anfänger wittern Gefahr, zumal man ja auch schon viel von diesen wackeligen Booten gehört hat. Die Fortgeschrittenen schwingen sich gelenkig ins (bzw. aufs) zarte Boot, legen ab und zischen majestätisch davon. Das sieht klasse aus - und einfach!

ABER: Trotz der fest zupackenden Hilfe am Anleger glaubt kein Anfänger und keine Anfängerin, die nächsten zwei Minuten im Boot zu überstehen. Wenn es nicht so schwierig wäre, würden die meisten auf der Stelle wieder aussteigen. Aber schon ertönt die beruhigende Stimme der Lehrkraft, die klare Anweisungen gibt und die Konzentration auf das Tun und Handeln lenkt und vom unsicheren Gefühl ablenkt. Es gibt nur eine Regel: Auf keinen Fall die Skulls loslassen! Selten zuvor hat man irgendeinen Gegenstand so fest umklammert! Die ersten Schläge sind fürchterlich wackelig, klein und vorsichtig. Obwohl die Anfänger alle nur möglichen Kleidungsstücke vorher abgelegt haben, sind sie schweißgebadet. Man gut, dass sie Rettungswesten tragen... Die Anweisungen des Lehrers bzw. der Lehrerin lassen keine ablenkenden Gedanken oder unsicheren Gefühle zu. Es stimmt wirklich: Wenn man genau nach Anweisung handelt, dann klappt es! Die anderen Ruderer zischen an den Anfängern vorbei, loben und sprechen Mut zu. Der Lehrer oder die Lehrerin begleitet sie an Land, zuerst langsam gehend, später laufend, noch später auf dem Fahrrad. Es klappt immer besser; man merkt schnell, wie direkt das Boot reagiert, man wird mutiger, man zieht die Skulls durch, später bringt man Kraft auf das Blatt. Jeder einzelne Schlag lässt das Boot voran gleiten. Ein tolles Gefühl! Die Wende benötigt volle Konzentration: Jetzt bloß keinen Fehler machen! Auch bei dem größten Wackler darf man die Skulls nicht loslassen! Aber es klappt erstaunlich gut. Auf dem Rückweg werden die Anfänger mutiger, die Ruderbewegung wird fließender, man wird lockerer und weniger verkrampft. Die nächste Wende ist fast ein Kinderspiel. Beim Anlegemanöver werden die Anfänger durch Anweisungen vom Steg aus unterstützt und helfende Hände nehmen das Boot an. Man gut, dass auch jemand beim Aussteigen hilft! Danach fallen die Anfänger ihrer Freundin bzw. ihrem Freund (oder sonst wem, auch manchmal der Lehrerin oder dem Lehrer) um den Hals. Die Anspannung weicht, die Freude kommt und der Stolz breitet sich aus: Die Anfänger sind keine Anfänger mehr!

Obwohl auch gern in den Einern gerudert wird, ist Rudern ein Mannschaftssport, denn wir benötigen immer die Hilfe der Mitschülerinnen und Mitschüler.

Petra Vollbrecht