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24 Jahre Skikompaktkurs am RGS  (08.01. - 17.01.16)

Im Januar 2016 gab es nach über 20 Jahren in der Schweiz (Zweisimmen) die erste Fahrt nach Österreich. Wir wohnten in dem kleinen Ort Kleinarl im riesigen Skigebiet SKI AMADÉ.

 

Kleinarl, ein ‘750-Seelen-Dorf’ im Salzburger Land bietet für Schüler die idealen Voraussetzungen, (nicht nur) das Skilaufen als Gemeinschafts- und Naturerlebnis unter kompetenter Anleitung qualifiziert ausgebildeter Sport- und Skilehrer (Petra Vollbrecht, Manfred Merkel, Gard Hildebrandt, Norbert Frost, DSV-SKI-Instructor) zu erlernen oder zu verbessern.

Wir wurden im Jugendgästehaus ‚Peilsteinhof’ von der Familie Aichhorn herzlichst aufgenommen. Katharina und Mathias Aichorn kümmerten sich um alle Belange der Schüler und Lehrer, waren stets hilfsbereit und für jegliche Fragen offen. Die Verpflegung mit Vollpension war ausgezeichnet, es gab jeden Abend ein 4-Gänge-Menue, das vom Küchenteam liebevoll vorbereitet wurde. Bei Bedarf konnte sogar mittags zusätzlich eine weitere warme Mahlzeit eingenommen wurden.

Schüler und Lehrer wohnten in einer sehr großzügigen Gruppenunterkunft mit viel Platz und sehr guter Ausstattung, u. a. standen ein beheizter Schuhraum, ein Skikeller für Material, 2 große Aufenthaltsräume mit Tischtennisplatten sowie Video- und Soundanlagen für Präsentationen und Disco zur Verfügung.

Für die Skiausbildung bieten sich sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Skiläufer ideale Geländebedingungen, um ein variantenreiches Schulungsprogramm durchzuführen. Die Anfänger werden innerhalb von 8 Skitagen befähigt, ein mittelsteiles Gelände zu befahren. Durch verschiedene intensive Übungsformen, u.a.das Fahren auf einem Bein, wird das Gleichgewichtsgefühl geschult. Die im Jahr 2000 angeschafften drehfreudigen Kurzski (Big Foot) ermöglichen einen schnellen und angstfreien Lernerfolg.

Die Schüler mit höherem Fahrkönnen nehmen an einem Carvingprogramm auf kurzen und stark taillierten Ski teil. Die skitechnisch fortgeschrittenen Schüler kommen in den Genuß, wie auf Schienen zu gleiten und bei hohen Geschwindigkeiten die Zentrifugalkräfte mit unglaublich tiefer Körperposition zu erspüren. Sogar das Fahren “bergauf“ und im “Kreis” ist mit Funcarvern möglich, geübten Fahrern gelingen 360°- , 540°- oder sogar 720°-Turns. Auch an einer Einführungschulung in die Rennlauftechnik ist für die forgeschrittenen Skiläufer bei guter Wetterlage möglich. Zu diesem Zwecke wurden spezielle Übungstorstangen und weitere methodische Hilfsmittel angeschafft .

Keine Praxis ohne Theorie

Unerlässlich für eine gute praktische Ausbildung während der Kompaktphase ist eine sinnvolle Voreitung bereits in Stadthagen. Diese beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Teile. Dabei geht es vor Allem darum, das Bewusstsein der Schüler für die Probleme in den Alpenregionen zu wecken und kritisch zu hinterfragen. Mit großem Eisatz und hervorragenden Präsentationen (u.a. Powerpointpräsentationen, fern- gesteuerten Pistenraupenmodellen und englischsprachigen (olympischen) Eröffnungsreden) präsentieren Schüler des Skikompaktkurses die Ergebnisse ihrer Referate. Praxisnahe Simulationen der Ski- und Carvingtechnik werden in der Sporthalle auf einer schrägen Ebene vorgeführt.

Während der Vorbereitungsphase von August bis Dezember werden folgende Inhalte bearbeitet:

  • Umweltproblematik (Tourismus/Wirtschaft, Tier- u. Pflanzenwelt)
  • Die olympischen Winterspiele als Massenveranstaltung
  • Lawinenkunde, alpine Gefahren (Sicherheits- und Verhaltensregeln)
  • Geschichte des Skilaufs, Entwicklung und Verbesserung des Materials
  • Skitheorie (Technik, Bewegungslehre, Biomechanik)
  • Ausrüstung und Materialkunde
  • Vorbereitende Schulung der Slalomtechnik auf Inlinern

Während in den ersten Jahren grundsätzlich eine Skigymnastik mit Geräten durchgeführt wurde (von Schülern nach selbst zusammen- gestellter Musik organisiert), nehmen seit dem Jahr 2002 alle Schüler an einer speziellen Inlinerschulung teil. Dabei geht es darum, konkrete Bewegungsabläufe in der Sporthalle zu simulieren und auf Skatern einzuüben, um diese dann im Januar mit Hilfe der vorhandenen Big Foot am Skihang umzusetzen.

Auch in der Schweiz gibt es allabendliche Theorieveranstaltungen. Lehrfilme der nationalen Skiverbände werden eingehend studiert und anschließend mit dem eigenen skifahrerischen Können per Analyse der selbstgemachten Videoaufzeichnungen verglichen.

Die Skiwerkstatt

Im Skikeller der Schule befinden sich ca 90 Paar Carvingski, 100 Paar Skischuhe, Skistöcke und sonstiges Zubehör. Auf einer selbstgebauten Werkbank mit Spezialwerkzeug, einer großen Servicemaschine und mit vielen Ersatz- und Zubehörteilen werden Ski repariert und ausgebessert, Beläge und Kanten geschliffen und gewachst, Bindungen montiert.

Fazit

Die Skikurse der letzten Jahre verliefen sehr erfolgreich. Die Teilnehmerzahl stieg ständig. Anfänger berichteten von ihren Erlebnissen und Erfahrungen und machten damit Werbung für die nächsten Kurse. Kein Schüler sollte den Skikompaktkurs Kleinarl mit Gruppen- und Naturerlebnissen und erhöhtem Spaßfaktor beim Erlernen einer “neuen” Schulsportart verpassen. Dabei gehört auch eine abendliche Fackelwanderung mit ‚Einkehrschwung’ und gemütlichem Beisammensein mit anschließender Rodelabfahrt.

Die Begeisterung der Teilnehmer, insbesondere der Anfänger, ist wie jedes Jahr auch während der "Nachbesprechung" Mitte März beim gemütlichem Beisammensein mit Verpflegung, Bilderaustausch und Videovorführung eines selbsterstellten Films noch zu spüren.

Der aktuelle Kurs läuft bereits mit 48 Schülerinnen und Schülern. Die nächste Fahrt findet vom 06.01.2017 bis zum 15.01.2017 statt.

© N. Frost 11.11.2016

 

 

Klara Hilgenberg, Jahrgang 12, die frischgebackene Skilehrerin

HilgenbergAls Klara letztes Jahr den Skikurs am RGS belegte, fiel sie durch ihr außerordentliches skifahrerisches Können auf. Herr Frost ermunterte sie, sich beim Deutschen Skiverband zum Basic-Instructor fortbilden zu lassen. In den Herbstferien 2016 fuhr sie deshalb mit dieser Gruppe eine Woche auf den Gletscher nach Hintertux und lernte, wie man die Grundschwünge des Skifahrens in Perfektion vorfahren und vermitteln kann. Anschließend verbrachte sie drei Tage im Snow Dome in Bisbingen, wo sie die Theorie büffelte. Am Ende legte sie die praktische und theoretische Prüfung mit Bravour ab.

Sie musste außerdem ein Praktikum, also Praxiserfahrung beim Unterrichten, nachweisen: Deshalb begleitete sie den diesjährigen RGS-Skikurs nach Kleinarl, Österreich und unterrichtete verschiedene Gruppen auf unterschiedlichen Niveaustufen. So lernte sie hier auch die Einführung ins Skifahren mit der Inliner-Bigfoot-Methode kennen, der äußerst erfolgreichen Methode für Skianfänger, die Herr Frost entwickelte und die an unserer Schule seit Jahren angewendet wird. Klara konnte vielen Anfängern das Skifahren vermitteln und die skifahrerische Leistung vieler Fortgeschrittener verbessern. Sie tat das mit ihrem außerordentlichen eigenen Können, einer sehr guten Beobachtungsgabe und Fehlerkorrektur und mit viel Liebe zum Skifahren, so dass wir alle von ihr profitierten.

Durch diesen Praxisnachweis hat der Deutsche Skiverband sie nun zum Basic-Instructor ausgezeichnet.

Vielleicht wird Klara nächstes Jahr nach ihrem Abitur Zeit haben, um den RGS-Skikurs als Skilehrerin zu unterstützen. Wir haben dieses Jahr jedoch auch einen weiteren Kandidaten gesichtet, der Klaras Beispiel folgen wird: Hendrik Masche wird sich im Herbst ebenfalls zum Basic-Instructor ausbilden lassen.

                                                                                Petra Vollbrecht, März 2017